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    Mein Praktikum: Mein Tagesablauf bei der SG Dynamo Dresden

     

    Als Praktikant in der Abteilung Physiotherapie bei der SG Dynamo Dresden ist man in der Nachwuchsakademie beschäftigt und betreut die Mannschaften U11 bis U19. Die beiden ältesten Teams U17 und U19 spielen in der höchsten deutschen Spielklasse, der Bundesliga Nord/Nordost. Da alle Spieler, mit einigen Ausnahmen in der U19, noch zur Schule gehen beginnt der Arbeitsalltag eher entspannt ab 12.00 Uhr. Die Aufgaben gestalten sich abwechslungsreich und bewegen sich nicht nur im Bereich der klassischen Physiotherapie. Die ersten zwei bis drei Stunden spielen sich hauptsächlich am PC ab, welcher sich direkt im Behand­lungs­raum neben zwei Therapieliegen, einem Strom-/Ultraschallgerät und dem Material­schrank befindet. Im Gebäude, welches direkt neben den Trainingsplätzen liegt, befinden sich außerdem die Kabinen der U16 bis U19.

    Die Hauptaufgabe am PC ist es, die Verletzungen von U11 bis U19 der vergangenen Saison zu katalogisieren auszuwerten. Dabei kommt es z. B. auf die Art, den Zeitpunkt, die Dauer, den Unfallhergang oder auch den Untergrund an. Ist dies erledigt werden die Ergebnisse in einer PowerPoint-Präsentation zusammengefasst und mit der vorherigen Saison verglichen. Dort wird es dann auch notwendig bei auffälligen Veränderungen, egal ob positiv oder negativ, mögliche Ursachen z. B. in Trainingsintensität, Trainingsumfang oder auch der Prävention durch Physiotherapeuten oder den Spieler selbst zu finden. Außerdem fallen immer wieder kleinere Aufgaben für den Praktikanten an. Diese reichen vom Sortieren der ärztlichen Laufzettel, über Einräumen der zum Auswärtsspiel benötigten Materialien, bis hin zur Abholung von Bestellungen aus der Apotheke.

    Das Training der Mannschaften beginnt zwischen 16.00 und 16.30 Uhr, so dass die Spieler gegen 15.00 Uhr in den Kabinen ankommen. Jetzt melden sich die Spieler nach und nach an, um behandelt zu werden. Vor dem Training reicht das Spektrum von „festen Beinen“, welche gelockert werden müssen, über ein leichtes Ziehen im hinteren Oberschenkel, welches sich nicht zu einer Verletzung entwickeln soll bis hin zu Stabilisationstapes für Sprunggelenk, Handgelenk oder Kniegelenk. Montag/Freitag und Dienstag/Donnerstag ist ab 16.00 Uhr immer ein weiterer Physiotherapeut dabei und unterstützt einen, gibt Tipps und ist jederzeit für Fragen offen. Ist diese oftmals stressige Phase vor dem Training vorbei, kann es sein, dass Spieler vorbeikommen, welche z. B. nicht am Training teilnehmen können. Mit diesen Spielern hat man dann genügend Zeit, um eine angepasste Behandlung mit allem was dazu gehört aufzubauen und ihnen den schnellstmöglichen Wiedereinstieg ins Training zu ermöglichen. Dazu besteht auch die Möglichkeit den Athletikraum nebenan zu nutzen und z. B. ein Stabilisationstraining aufzubauen oder ein Heimübungsprogramm zu erarbeiten. Kommt während des Trainings niemand vorbei, ist hier entweder Zeit um sich Gedanken über einige Problematiken der Spieler zu machen oder man schnappt sich eine Eisbox und geht auf die Plätze, um das Training zu verfolgen und im Notfall einzugreifen. Ist das Training zu Ende, kündigen sich Spieler zur Behandlung an und kommen nach dem Duschen zu einem, um entweder einfache präventive Muskelpflege zu betreiben oder sich beim Training zugezogene Verletzungen behandeln zu lassen. Auch hier liegt die Entscheidungsgewalt beim Einzelnen innerhalb des Physio-Teams, ob Verletzungen ärztlicher Behandlung bedarf oder ob sie physiotherapeutisch behandelt werden können. Des Weiteren besteht die Möglichkeit an Spieltagen Mannschaften zu betreuen, welche man bei wichtigen Punktspielen unterstützen und sich unter Druck beweisen kann.

    Zusammengefasst kann ich sagen, dass man als Praktikant in der Abteilung Physiotherapie der SG Dynamo Dresden ein abwechslungsreiches, breit gefächertes Arbeitsspektrum vorfindet. Man kann die, in der Schule theoretisch erlernten Inhalte perfekt umsetzen und verfeinern, da man selbständig arbeiten darf und auch ein kompetentes Team unterstützt, welches einem mit Rat und Tat immer zur Seite steht. Viele wertvolle Erfahrungen und Erinnerungen werden einem damit für den weiteren beruflichen Weg mitgegeben.


    Lukas Stark
    PT 9/16 B