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    Unser Absolventeninterview mit
    René Ackermann

     

    Medfach: Hallo René, danke für deine Zeit. Wir freuen uns, dass du uns über deinen Werdegang berichtest. Welchen Ausbildungsberuf hast du wann an der Medfach abgeschlossen?
    René: Vielen Dank für die Einladung zum Interview. Ich habe 2009-2012 die Ausbildung zum Physiotherapeuten an der Medfachschule absolviert.

    Medfach: Was hat dich dazu bewegt die Medfachschule Bad Elster als Ausbildungsort zu wählen?  
    René: Zum einen die Qualität der Schule. Die Ausbildung ist hochwertig, dann spielte auch die Heimatnähe eine große Rolle.

    Medfach: Was hat dir an der Medfachschule am besten gefallen? 
    René: Die entspannte, freundliche Atmosphäre. Man hat sich immer wohl gefühlt.

    Medfach: Was war in der Ausbildung besonders spannend? (Inhalte)
    René: Da ich mich schon immer für den Sportbereich interessiert habe, waren das die chirurgischen, orthopädischen Fächer in Verbindung mit der Manuellen Therapie

    Medfach: Was ist das Schönste an deinem Beruf? 
    René: Für mich geht es in der Sportphysiotherapie und der Physiotherapie darum, den Patienten mit dem Gelernten schnellstmöglich zu helfen. Wenn er dadurch eher schmerzfrei, fit und/oder im Alltag besser zurechtkommt oder an Wettkämpfen teilnehmen kann ist es einfach ein traumhaft schöner Job.

    Medfach: Wo und als was arbeitest du jetzt? 
    René: Aktuell bin ich nach fast 8 Jahren Erfahrung sammeln zurück nahe der Heimat. Irgendwann möchte man auch mal Wurzeln schlagen und ich hoffe das dies in Bamberg der Fall ist. Genau weiß man das natürlich nie. Ich eröffne eine Praxis in Bamberg, „Sportamedica“ und treffe gerade Vorbereitungen dahingehend.
     

    Medfach: Wir haben gesehen, dass du als Therapeut in vielen bekannten Vereinen eingesetzt bist. Wie kam die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Vereinen zustande?
    René: Zuerst der TSV Bogen/Straubing (Fußball-Bayernliga), das war eine Anfrage per Mail, genauso der Olympiastützpunkt, das Bobnationalteam. Das Leichtathletiknationalteam war eine Anfrage einer Kollegin die kurzfristig nicht konnte. Die Tennisakademie, das DFB-Debüt und der HSV waren Bewerbungen. 

    Medfach: Welcher Verein / Sportart bot die größten Herausforderungen für dich und warum?
    René: Alle Sportbetreuungen haben sehr viel Spaß gemacht und alle haben ihre eigenen Herausforderungen mit sich gebracht. Wenn ich eine hervorheben muss, würde ich schon sagen, dass Physiotherapeut in der U21 des HSV zu sein, einem Proficlub mit so großer Historie, Strahlkraft und Tradition. Dazu das Flaggschiff des Nachwuchses - was schon eine tolle Herausforderung war. Ich habe in dieser Zeit wahnsinnig viel gelernt und mitgenommen. 

    Medfach: Als Physiotherapeut muss man sich immer wieder fortbilden. Welche Fortbildungen hast du bereits absolviert und warum sind die Fortbildungen so wichtig?
    René: Ich habe folgende Fortbildungen absolviert: 

    • Ausbildung zum Heilpraktiker (in Ausbildung)
    • Sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie 
    • DOSB-SportphysiotherapieMyoreflextherapie (Dr. Mosetter) http://www.myoreflex.de/
    • Sportosteopathische Techniken (EDENREHA)
    • Craniosacrale Techniken (CURA)
    • Manuelle Therapie (Infomed)
    • Viscerale Techniken (Eric Hebgen)
    • Krankengymnastik am Gerät (AMS)
    • Ernährungsberater im Sport (SPT-Education by Tom Fox)
    • Fasziendistorsionsmodell nach Stephen Typaldos (Ifdmo)
    • Craniomandibuläre Dysfunktion (Kiefergelenkstherapie)(Inmotio Plauen)
    • Medical Flossing 
    • KPNI im Sport (Leo Pruimboom)
    • Komplexe physikalischeEntstauungstherapie / Manuelle Lymphdrainage (Földi-Schule)
    • Kinesiologisches Taping Aufbaukurs
    • OS functional training by Oliver Schmidtlein
    • Reha- und Präventionstraining untere Extremität, obere Extremität, Wirbelsäule, OS Athletic training mit Abschluss OS coach by Oliver Schmidtlein (OS institut)
    • Kinesiologisches Taping Grundkurs
    • Muskeltriggerpunkte
    • Manuelle Mobilisationstechniken nach Dr. Ackermann (Stockholm/SWE)

    Aktuell befinde ich mich in der Ausbildung zum Heilpraktiker, weiterhin interessiert mich das Masterstudium der Sportphysiotherapie, das Ehrendiplom der Chiropraktik und Akupunktur, Dry needling sind noch sehr interessant. Fortbildungen sind am Anfang nach der Grundausbildung wichtig um je nach Fachrichtung sehr gut arbeiten zu können und um bessere Chancen bei potentiellen Arbeitgebern zu haben. Danach ist es sehr wichtig sich zu informieren, an Kongressen teilzunehmen, Bücher zu lesen und Fortbildungen teilzunehmen um am Puls der Zeit zu arbeiten.

    Medfach: Erzähle uns über deinen bisherigen Werdegang!
    René: Mich hat die Sportbegeisterung die immer vorhanden war und die WM 2006 geprägt. Als ich Dr. Müller-Wohlfarth und Klaus Eder an der Seitenlinie sah habe ich mir gedacht: Da will ich auch mal dabei sein, dann habe ich in Bad Steben in verschiedenen Einrichtungen in den Schulferien Praktikas absolviert. Nur so kann man sicher sagen ob der Job einen liegt. So stand der Entschluss fest und 2009 nach der mittleren Reife begann die Ausbildung an der Medfachschule. Nach der Ausbildung habe ich den Lymphdrainagekurs absolviert und gleich danach den DOSB anerkannten Grundkurs der Sportphysiotherapie in Donaustauf bei Klaus Eder. Weil 2012 die Zahl der Physios so hoch war, bin ich in den bayerischen Wald, nach Cham zum arbeiten. Dort hat man Physios gesucht. 4 Monate nach Ausbildungsende habe ich die Chance beim TSV Bogen Straubing in der Fußball Bayernliga bekommen. Da es in den Leistungssport gehen sollte habe ich mich weiter beworben. So kam ich zum Olympiastützpunkt München, zum Bobnationalteam, zu den Leichtathleten Tennis und zum HSV.

    Medfach: Was sind deine beruflichen Ziele?
    René: Eigentlich kann ich dankbarer Weise mit 27 Jahren, 8Jahre auf eine unglaublich tolle Zeit zurück blicken, die ich nicht missen möchte. Sehr viele tolle Persönlichkeiten sind mir über dem Weg gelaufen. Es war einfach eine tolle Zeit. Aber irgendwann möchte man langsam auch Wurzeln schlagen und nahe der Heimat würde ich auch gerne bleiben. Aber sicher weiß man das natürlich nie. Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass es auch sehr viel Spaß macht zu dozieren. So würde ich gerne in Zukunft Praxis, Sportbetreuung und Dozententätigkeiten vereinen. Am 3.8. eröffne ich meine eigene Praxis „Sportamedica“ in Bamberg, hier wünsche ich mir, dass ich das Vertrauen der Menschen bekomme und ich viele zufriedene Patienten behandeln darf. Im Sport muss ich sagen ist jede Sportart toll und macht Spaß. Trotzdem würde ich mich riesig freuen wenn ich irgendwann beim DFB oder beim Handballnationalteam arbeiten darf. Ein langgehegter Traum und das i-Tüpfelchen wäre eine Olympiateilnahme. Also es gibt schon noch Träume. Mal sehen was passiert. Als Dozent könnte ich mir auch sehr gut vorstellen zu arbeiten. Auch da muss man sehen wie sich alles nach Corona entwickelt.

    Medfach: Als Physiotherapeut arbeitest du in erster Linie körperlich, um deinen Patienten zu helfen. Wie hältst du dich fit?
    René: Die KiD-Übungen (Kraft in der Dehnung) von Dr. Kurt Mosetter aus der Myoreflextherapie helfen super und die Stabilisationsübungen (Stützübungen) sind essentiell. Ohne diesen Verbund merke ich den Rücken nach einigen Tagen.

    Medfach: Welche drei Eigenschaften sollte man als Physiotherapeut unbedingt mitbringen?
    René: Am Wichtigsten ist es mit Menschen gut umgehen zu können, da spielt auch die Empathie und die psychologische Komponente eine große Rolle, weiterhin ist Wissbegier und der Fleiß/Einsatzbereitschaft groß zu schreiben.

    Medfach: Was rätst du Schülern, die mit dem Gedanken spielen eine Physio-Ausbildung anzufangen?
    René: Ich würde jeden vorschlagen Praktikas in diversen Einrichtungen zu machen, Youtube Videos über die Physiotherapie anzusehen und dann sich zu entscheiden.

    Medfach: Rene, vielen Dank für deine Zeit und die interessanten Einblicke. Wir freuen uns,  dass du schon jetzt so eine tolle Karriere verzeichnen kannst. Alles Gute für die Eröffnung der Praxis und natürlich auch für deinen weiteren Lebensweg.