Erasmus+ 2015 - 2017 

    Zusammenfassung des Eramus+ Projekts

    19 Schülerinnen und Schüler der Johannesbad Akademie aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahr in den Fachbereichen Physio- und Ergotherapie setzten sich mit dem Projekt „Assessmentverfahren im Therapieprozess – Analyse angewandter fachbezogener Messinstrumente“ in den vergangen zwei Jahren ausführlich auseinander. Die berufsspezifischen Messverfahren, die in Deutschland verwendet werden, hatten die Schülerinnen und Schüler bereits in ihrer Ausbildung erlernt und teilweise anwenden können. Ziel des Projekts war es, fachbezogene Messinstrumente für die Bereiche Physio- und Ergotherapie in den Partnerländern Finnland und Belgien zu ermitteln und zu analysieren, um sie in den Ausbildungsprozess und die spätere Berufspraxis zu integrieren. Immer häufiger werden Therapieverfahren verwendet, die keinen wirklichen Effektivitätsnachweis erbringen können. Durch den Vergleich und die Analyse der bekannten Messinstrumente, hinterfragen die Teilnehmenden, inwieweit die weltweiten Empfehlungen der WHO europaweit umgesetzt und im Therapieprozess eingesetzt werden. 
    Für das Projekt reisten 13 Schüler aus dem Bereich Ergotherapie nach Belgien und nahmen in Dworp für eine Woche an den internationalen Ergotherapie-Workshops „Course on the use of creativity and occupational therapy“ teil. Die Teilnehmenden förderten dadurch unter anderem ihre Teamkompetenzen sowie kreativen und sprachlichen Kompetenzen. Anschließend reisten sie in die belgische Universitätsstadt Ghent und besuchten für eine weitere Woche die Arteveldehoogeschool und ergotherapeutische Einrichtungen. Dabei nahmen sie an Seminaren teil und hatten die Möglichkeit in den Einrichtungen Daten für ihr Projektthema zu sammeln.
    In den letzten zwei Jahren reisten sechs Schülerinnen und Schüler aus den Fachbereichen Physio- und Ergotherapie nach Seinäjoki, Finnland und nahmen während ihres 3-monatigen Aufenthaltes an Seminaren der University of Applied Sciences teil (Health Related Fitness, Finnish Language and Culture, etc). Darüber hinaus durften sie für mehrere Wochen in verschiedenen Praktikumseinrichtungen mitwirken und Daten für das Projektthema sammeln. Unterstützt wurden sie von erfahrenen Mentoren und Dozenten der Universität und der Praktikumseinrichtungen.
    Den 19 Teilnehmenden ist es gelungen, anhand von Befragungen, die sie während ihrer Aufenthalte durchführen konnten, die Messinstrumente in den Partnerländern zu erfassen und in Projektarbeiten wissenschaftlich aufzuarbeiten. Die Ergebnisse wurden im Anschluss an die Aktivitäten mit den Fachbereichsleitern der Johannesbad Akademie diskutiert und ausgewertet. Sie sollen schrittweise in den Unterricht integriert werden und langfristig dabei helfen, die berufsschulische Ausbildung auf das Niveau einer hochschulischen Ausbildung zu heben. Die Teilnehmenden sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es viele Übereinstimmungen hinsichtlich der Assessments in Deutschland und der Partnerländer gibt. Viele Messverfahren werden auch innerhalb der deutschen Ausbildung angesprochen, jedoch können nicht alle praktisch durchgeführt werden. Die Messinstrumente dienen in Deutschland wie auch in Finnland als Nachweis für die Krankenkassen um weiterlaufende Therapien zu verordnen, individuelle Ziele mit Patienten zu vereinbaren oder als Dokument für Versicherungen. Auffallend war die Vielfalt der Assessments mit denen in Finnland und Belgien gearbeitet wird. In Deutschland sind vergleichsweise weniger Assessments im Einsatz. Ursache könnte das fehlende wissenschaftliche Verständnis in der Grundausbildung, aber teilweise auch die fehlende Forderung durch den Kostenträger sein. Weitere Ursache und größter Unterschied zu Deutschland ist die fehlende Zeit mit dem Patienten neben der eigentlichen Behandlung. In den Partnerländern wird den Therapeuten deutlich mehr Zeit zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse werden den Dozenten und Schülern der Johannesbad Akademie zur Verfügung gestellt. Aber auch durch Praktikumseinsätze, Vorträge und Präsentationen werden die Ergebnisse weiter verbreitet. Darüber hinaus sind bereits Pressemitteilungen, kleine Beiträge in der gruppenweiten Mitarbeiterzeitschrift, im Intranet, der Schulwebsite und Social-Media Plattformen erschienen. Die Teilnehmenden stärkten mit den Aktivitäten ihre sozialen, fachlichen, kulturellen und sprachlichen Kompetenzen. Das Feedback der Reisenden war durchgehend positiv. Sie unterzeichneten vorab Lernvereinbarungen nach ECVET, erhielten nach erfolgreichem Aufenthalt Zertifikate von den Partnereinrichtungen und den Europass Mobiliät. Mit den Partnereinrichtungen wurden Partnerschaftsvereinbarungen getroffen.

     

    Unser Physiotherapieschüler Kim war im Frühjahr 2016 für drei Monate in Seinäjoki in Finnland. Über seinen Aufenthalt ist eine Pressemitteilung "Zeit für die Therapie im hohen Norden" erschienen, die Sie hier lesen können.

    Physio-Schüler Matthias studiert drei Monate in Seinäjoki, Finnland 

    ​Matthias Mai aus der PT 9/15c studiert seit 1. Februar 2017 an der University of Applied Sciences in Seinäjoki, Finnland. Sein dreimonatiger Aufenthalt wird durch das Programm Erasmus+ mit Fördermitteln aus der Europäischen Union unterstützt. Matthias wird zunächst an der Universität an Seminaren und Vorlesungen teilnehmen mit Themen wie "Assessment of physical activity and health-realted fitness", "How to regognize a grey panther? Working together for meaningful ageing" und "Finnish language and culture". Anschließend wird er für mehrere Wochen verschiedene Praktikumsstellen im Bereich Physiotherapie absolvieren. Während seines Aufenthaltes bearbeitet er das Projektthema "Assessmentverfahren im Therapieprozess – Analyse angewandter fachbezogener Messinstrumente". Das Projektthema wird er nicht allein bearbeiten. Im März reisen Alexander Schulz aus der PT 9/14b und Daniela Kluthe aus der E 9/15 ebenfalls für drei Monate nach Seinäjoki.

    Was ist Erasmus+?

    Erasmus+ ist das Programm für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Union. Das Programm ist mit einem Budget in Höhe von rund 14,8 Mrd. Euro ausgestattet. Mehr als vier Millionen Menschen werden bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren. 

    Internationale Berufserfahrungen sind immer häufiger Teil des beruflichen Anforderungsprofils. Durch europäische Auslandsaufenthalte in der Berufsausbildung können internationale Berufskompetenzen erworben werden. Schüler, die an dem Programm Erasmus+ teilnehmen möchten, erhalten die Chance, internationale Erfahrungen im Rahmen eines Mobilitätsprojekts zu erwerben.